Die Geschichte der Oper

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Freitag, 07. Februar 2020 um 11:30 Uhr

Kursnummer O203050
Dozent Prof. Dr. Norbert Abels
erster Termin Freitag, 07.02.2020 11:30–13:00 Uhr
letzter Termin Freitag, 03.07.2020 11:30–13:00 Uhr
Gebühr 168,00 EUR
Ort

Bad Homburg, Volkshochschule
Elisabethenstr. 4-8
61348 Bad Homburg
Raum E1
Raum U1

Kursort

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Die Geburt der Oper fällt in die Neuzeit. Das dramma per musica, das die Autonomie der menschlichen Stimme erstmals ins Zentrum rückt, war der Ausdruck einer neuen Selbstbehauptung, gespeist aus dem Erwachen des Individuums und des Anspruchs seines Daseins auch als sinnliche Größe. Aufs Engste verzahnt ist die Geschichte der Oper mit der des bürgerlichen Geistes. Florentiner camerata, Residenztheater, Adelsbühnen, galantes und höfisches Zeremoniell: All das verblasst im Rückblick neben der zentralen Behauptung des in die Welt geworfenen Menschen, der seine Sache selbst durchfechten muss, auch wenn er sich – wie schon in der griechischen Tragödie – immer noch am intensivsten im Scheitern seines Kampfes erlebt. –
Die schon so oft als anachronistisch bezeichnete Kunstform Oper hat bis zum heutigen Tage von ihrer Anziehungskraft nichts verloren. Im Gegenteil: die Entwicklung der letzten Jahre zeigt ein stark zunehmendes Interesse am Musiktheater. In der zunächst auf zwei Semester angelegten Veranstaltung, die sich der Geschichte der Oper von ihren Anfängen in der Florentiner Camerata von 1600 und Monteverdis neuer Ausdruckswelt über die Mozartepoche und das 19. Jh. (Verdi, Wagner) bis zu den großen Werken des 20. und 21. Jahrhunderts widmen will, soll ein Panorama dieser Kunstform erarbeitet werden. Geplant sind im Rahmen der Veranstaltung auch Besuche von Vorstellungen in aktuellen Inszenierungen an verschiedenen Opernhäusern.

Ein wichtiges Thema wird das Libretto sein. „Mich dünkt, sollt´ passen Ton und Wort“, sagt in den Meistersingern von Nürnberg Hans Sachs zu Beckmesser. Aber gelang dies jemals? Solange es die Oper gibt, existiert der Streit über das Verhältnis von Sprache und Musik. „Prima la musica, dopo le parole“ oder doch eher umgekehrt? Unsere Veranstaltungsreihe wird sich deshalb auch dem Verhältnis von Wort und Ton, Dichtung und Klangkunst widmen. Anhand ausgewählter Beispiele der Musiktheatergeschichte von Henry Purcell bis Hans Werner Henze und John Adams wird diesem wechselvollen Bezug an ausgewählten Werken nachgegangen werden. Im Mittelpunkt steht das Wirken der großen Librettisten Metastasio, da Ponte, Wagner, Boito, Hofmannsthal, Auden, Ingeborg Bachmann und Händl Klaus.

Auch die so unterschiedliche Typologie der Oper soll ins Blickfeld genommen werden. Darunter die Märchenoper, das mythische Musikdrama, das historische Musiktheater, die Künstleroper, die Opera Buffa, die Dorfoper und auch das Handlungsoratorium.

Ebenso wichtig wird die Frage nach dem Menschenbild im Musiktheater. Die Oper hat oft auch gegen das Publikum, öfter noch – zumal in finsteren Zeiten – gegen die Politik ihre Existenz bewahren können. Sie konnte es, weil sie sich stofflich einließ gerade auch auf Kreaturen, welche die bürgerliche Gesellschaft verstieß. Darunter: Wozzeck, der zum Versuchsobjekt gemachte Mensch; Peter Grimes, der von den Spießern eines Provinznestes gejagte Einzelgänger; Marie, die zur Stadthure gemachte Bürgerstochter in Zimmermanns Die Soldaten; Mathis, Hindemiths geschundener Künstler eines Zeitalters der Angst; Dallapicolas zum Tode verurteilter Häftling.
Alle genannten thematischen Schwerpunkte werden flankiert von der Auseinandersetzung mit den Formen der musikalischen Realisierung. Deshalb werden wir uns mit den Stimmfächern, den Gesangstraditionen, den Verhältnissen zwischen Gesangsstimme und Orchester, dem Chorwesen und der im Musiktheater sehr spezifischen Instrumentalpraxis auseinandersetzen.
Der Publizist, Dozent und Dramaturg Norbert Abels war von 1997 bis 2019 als Chefdramaturg an der Oper Frankfurt tätig.

Prof. Dr. Norbert Abels Dozent

Der Publizist, Dozent und Dramaturg Norbert Abels studierte Literatur- und Musikwissenschaft, Philosophie und Judaistik.

Kurstermine

# Datum Ort
1. Fr., 07.02.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
2. Fr., 14.02.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
3. Fr., 21.02.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
4. Fr., 28.02.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
5. Fr., 06.03.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
6. Fr., 13.03.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
7. Fr., 20.03.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
8. Fr., 27.03.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
9. Fr., 03.04.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
10. Fr., 24.04.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
11. Fr., 08.05.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
12. Fr., 15.05.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
13. Fr., 05.06.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
14. Fr., 19.06.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
15. Fr., 26.06.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule
16. Fr., 03.07.2020 11:30–13:00 Uhr Bad Homburg, Volkshochschule

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