Der römische Kaiser Marcus Aurelius nimmt in der Ideengeschichte der Antike eine Sonderstellung ein. Als „Philosoph auf dem Kaiserthron“ verkörpert er die seltene Verbindung höchster politischer Macht mit der philosophischen Verpflichtung zur stoischen Ethik.
Seine „Selbstbetrachtungen“ bieten keine systematische Theorie der Stoa, sondern die Selbstvergewisserung einer praktischen Haltung: Philosophisches Denken dient hier als Instrument zur Bewältigung krisenhafter Realitäten – von Grenzkriegen bis zur Antoninischen Pest. Gerade darin liegt bis heute die besondere Wirkung dieses Textes.
In diesem Kurs widmen wir uns in einer kleinen Gruppe dem Handwerk rund ums Buch. Ein eigenes Buch wird geheftet und mit einem Einband versehen. An einem Abend färben wir Papiere, die für die Buchdecke oder das erste Blatt, das Vorsatzpapier, verwendet werden können. Bleibt noch Zeit, bauen wir ein Kästchen oder heften ein Heft für unterwegs, auch eine kleine Reparatur oder Verschönerung an einem Verlagsbuch ist möglich. Wir arbeiten mit Falzbein, Lineal und Cutter, Schneidewerkzeug und Leim - und vor allem: mit den Händen.Materialkenntnisse werden im Kurs vermittelt, so dass ein einfaches Heft zuhause selbst erstellt werden kann. Materialkosten in Höhe von 15 Euro sind im Kurs enthalten.
Das Jahr 260 n. Chr. gilt oft als Zeitpunkt, an dem Rom den obergermanisch-raetischen Limes aufgab und sich an Rhein und Donau zurückzog. Schriftquellen und archäologische Funde zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild: Statt einer einfachen Räumung zeigt sich eine Phase tiefgreifender Neuordnung.Der Kurs setzt die Veranstaltung aus dem Frühjahrssemester fort und vertieft offene Fragen zu Ursachen, Ablauf und Akteuren dieser Entwicklungen. Neue Interessierte sind willkommen – ein kurzer Überblick zu Beginn erleichtert den Einstieg.